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30 Jahre m. Niere

letzte Änderung: 06/2001

Ausgangssituation

Nierenempfänger Mein Name ist Jürgen Sauer, Jahrgang 1950 (transplantiert mit 51 Jahren) und lebe in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt.

Ich leide schon seit Jahren an einer beidseitig eingeschränkten Nierenfunktion, die sich mit zunehmenden Alter verschlechtert hat.

Hr. Dr. med. Schip, vom Dialysezentrum Erfurt, legte mir im Mai 2000 nahe, mich für eine Dialyse vorbereiten zu lassen. Er beriet mich eingehend über alle möglichen Formen der Dialysebehandlung.
Ich entschied mich damals für die Bauchfelldialyse, da ich berufstätig bin und möglichst unabhängig bleiben wollte. Hr. Dr. Schip stellte freundlicherweise den Kontakt zu einem Patienten in Erfurt her, der diese Dialyseart bereits seit längerem positiv praktiziert.
Mit meiner Frau besuchte ich diesen Patient; er erklärte uns alles eingehend.
Für mich stand eindeutig fest, nur diese Dialyseart kommt in Frage!

Im August 2000 hatte ich eine Nierenentzündung, verbunden mit starken Nierenbluten. Hr. Dr. Schip wies mich in die Klinik für innere Medizin der Friedrich Schiller Universität (FSU) nach Jena ein.
Er vermutete, dass mit dieser Entzündung, mit welcher die Blutwerte sich drastisch verschlechtert hatten, der Termin zum Dialysebeginn erreicht war.

In der Klinik wurden meine Blutwerte stabilisiert (1 x Hämodialyse, Medikamentierung) und die Untersuchungen zur Baufelldialyse veranlasst.

Es stellte sich heraus, dass mein Organismus (Bauchraum) für eine Bauchfelldialyse ungeeignet ist. Ich wurde in die Klinik für Chirurgie der FSU Jena zur Operation einer Fistel in den Arm (Vorbereitung zur Hämodialyse) überwiesen.

Nach einer Woche in der FSU Jena hatten sich die Blutwerte stabilisiert (Kreatinin und Harnstoff innerhalb der Grenzbereiche, alle anderen Werte annähernd normal; Urinausscheidung 100%), ich konnte die Klinik für Innere Medizin der FSU Jena verlassen ohne Dialysepatient geworden zu sein.


Nierenspender Paralell zu meiner Klinikeinweisung wurde meine Mutti (79 Jahre jung) aktiv und konsultierte den Arbeitskreis Organspende in Frankfurt am Main. Sie hatte sich schon seit längerem vorgenommen, mir eine Niere zu spenden, falls ich Dialysepatient werden sollte.

Meine Mutti besucht die Volkshochschule, um sich weiterzubilden und Kontakte zu Gleichgesinnten zu knüpfen.

Zufällig referierte eine Dame vom Arbeitskreis Organspende über dieses Thema. Hinzu kam, dass diese Dame bereits 9 Jahre mit einer transplantierten Niere gut lebt, worüber sie auch berichtete.
Meine Mutti konnte in einem persönlichen Gespräch mit der Dame in Erfahrung bringen, dass sie in ihrem Alter, vorausgesetzt es liegen keine anderen Erkrankungen vor, mir ein Organ spenden kann.

Ich selbst habe erst während meiner Transplantation erfahren, dass eine gesunde Niere eine Lebenserwartung von 120 - 150 Jahren hat, obwohl der Mensch in seiner Gesamtheit schon weitaus früher verfallen sein kann.

Für meine Mutti stand nun unwiderruflich fest, dass Sie mir eine Niere spenden wird; sie teilte dies mir zu einem Zeitpunkt mit, als ich noch in der Klinik in Jena stationär behandelt wurde.

Ihre Entscheidung übermittelte ich Fr. Prof. Dr. med. Sperschneider, sie betreut seit über 20 Jahren im stationären und ambulanten Bereich Nierenkranke, Dialysepatienten und Nierentransplantierte in der Abteilung Nephrologie der FSU Jena.
Fr. Prof. Sperschneider erklärte mir, dass man eine solche Information schon eher hätte geben sollen, denn eine Lebendnierenspende kann bereits vor der Dialysebehandlung erfolgen und bringt somit viele Vorteile für den Patienten.

In Zusammenarbeit mit Hr. Dr. Schip aus Erfurt begannen die Vorbereitungen zur Transplantation umgehend.

Als ich wieder in Erfurt war und meine Blutwerte sich ständig im Grenzbereich befanden, musste ich während der Vorbereitungen zur Transplantation noch zweimal im Dialysezentrum Erfurt dialysiert werden.
Bedingt durch einen Virusinfekt kippten sofort die Blutwerte und machten die Dialyse erforderlich. Auch war ich ständig abends müde und hatte gelegentlich leichte Wadenkrämpfe.

Ich selbst schätze ein, dass der Transplantationstermin richtig gewählt war, denn eine ständige Dialyse wäre vermutlich bald erforderlich gewesen.

Die Vorbereitungen des Nierenspenders und -empfängers sind auf der folgenden Seite beschrieben.


 
(c) Jürgen Sauer