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Nachwort
therapeutisches Klonen/Medikamente mit weniger Zuzahlung
30 Jahre m. Niere
letzte Änderung: 02/2002
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Ein Jahr nach der Lebendnierenspende (März 2002)
Das erste Jahr ist um und ich kann nur Positives
berichten. Es gab innerhalb dieses Zeitraums keinerlei Komplikationen
beim Nierenspender (meine Mutti) oder Nierenempfänger.
Für beide trifft zu:
- kein Fieber
- keine Infekte (bei beiden nicht einmal eine Schnupfen!)
- keine Abstoßung bei mir (Nierenempfänger)
- Blut- und Urinwerte (Spender/Empfänger) im grünen Bereich. Die aktuellen
Medikamenteinnahmen des Nierenempfängers sowie die Entwicklung des Kreatinin- und
Ciclosporinwertes sind der Seite "aktuelle Werte" zu entnehmen.
- meine Mutti fühlte und fühlt sich sehr gut und ist leistungsfähig wie vor
der Organspende
- ich fühle mich nach wie vor "sauwohl" und habe ebenfalls keine Einschränkungen
der Leistungsfähigkeit
Nachstehend Einzelheiten im Detail:
Nierenspender
- innerhalb eines Jahres ca. 3 Blutuntersuchngen (genaue Anzahl weiß ich nicht meht genau)
- nach einem Jahr Besprechung beim Psychologen der FSU Jena (Fragebogen ausfüllen)
- keine Medikamenteinnahmen
- keine sonstigen und zusätzlichen Untersuchungen und Nebenwirkungen (abgesehen von
Narbenschmerzen bei Wetterwechsel)
- kann alles essen und trinken
Nierenempfänger
Untersuchungen beim Nierenemfänger:
- monatliche Kontrolle der Blutwerte im Dialysezentrum Erfurt
- vierteljährliche Vorstellung in der Klinik für Innere Medizin (Nephrologie) der FSU Jena
- nach einem Jahr Besprechung beim Psychologen der FSU Jena
- nach einem Jahr Knochendichteprüfung (ohne Befund; Werte altersgerecht)
- nach einem Jahr Hautuntersuchung beim Hautarzt (im 03/2002 wurde mir prophilaktisch ein
Leberfleck entfernt [diesen Leberfleck hatte ich schon immer in Größe und Farbe])
- selbst habe ich Veränderungen an den Augen festgestellt und den Facharzt aufgesucht
(trockene Augen und beidseitige Linsentrübung -> grauer Star als Nebenwirkung der
Immunsupresiva/Cortison wurde diagnostiziert); die OP (20 Minuten) des rechten Auges
erfolgt Ende März 2002; ich hatte hierfür (Absprache mit dem Arzt) 2 Tage
Krankschreibung und das nachfolgende Wochenende eingeplant; es handelte sich um einen
problemlosen Routineeingriff; dem Augenarzt war der graue Star als Nebenwirkung der NTP
bereits bekannt
- Auffrischung der Impfungen (Grippe, Lungenentzündung usw.)
Nebenwirkungen beim Nierenemfänger:
- Gewichtszunahme (vor NTP = 75 kg; nach einem Jahr = 86 kg); ich muss allerdings
bemerken, dass ich mir beim Essen keinerlei Einschränkungen auferlegt und keinen
Sport getrieben hatte (von Saunabesuchen in der Winterzeit abgesehen); die
Gewichtszunahme finde ich bei mir sogar positiv, da ich vorher zu dünn war!
- verstärkter Haarwuchs, keinesfalls negativ!
- grauer Star (Linsentrübung der Augen); nicht gerade schön aber keinesfalls
problematisch!
- trockene Augen (Augentropfen erforderlich); eher unangenehm
- kann alles essen und trinken außer Pampelmusen
Von einem Problem muss ich berichten. Im Februar hatte ich ca. 4
Stunden nach der Medikamenteinnahme aus unerklärlichen Gründen mich übergeben müssen (Appetit
war vor- und nachher unverändert gut; vermutlich hatte ich etwas falsches gegessen). Am
nächtsen Morgen hatte ich meine Blutwerte untersuchen lassen. Leider lag das Ergebnist erst am
folgenden Tag vor. Wie ich es erwartet hatte, war der Ciclosporinspiegel (sh. Diagramm auf
Seite "Stichpunkte/aktuelle Daten" auf 49 (Zielwert: 100) gesunken. Gemäß Festlegung
des Nephrologen hatte ich einmalig die Sandimmundosis verdoppelt. Eine Nachkontrolle ergab,
dass der Wert sich wieder bei ca. 100 eingepegelt hatte.
Veränderung der Medikamenteinnahmen beim Nierenemfänger nach einem
Jahr:
- Reduzierung "Sandimmun Opteral" im Februar 2002 von: 75mg/0/50mg/0 auf: 50/0/50/0
- Reduzeirung "Cortison" im Februar 2002 von: 10mg/0/0/0 auf: täglicher Wechsel 10mg <->
5mg; nach 3 Monaten (also ab 05/2002) nur noch 5mg/0/0/0 (bei dieser Dosis läßt der
Appetit nach; eine Gewichtsabnahme wird die Folge seit!
- zusätzlich "ASS 100" ab Februar 2002 (fördert prophylaktisch die Durchblutung
nicht nur des Transplantats und verringert "nebenbei" ein Herzinfarktrisiko)
Resümee: alles o.k. bei Spender und Empfänger!
Nachtrag am 25.04.2002
Die Untersuchung eines entfernten Leberflecks ergab, dass eine Zellveränderung
vorgelegen hatte. Der Hautarzt informierte, dass evtl. in 8 - 10 Jahren Krebs daraus entstehen
könnte. Ob die Zellveränderung auf die Medikamente zurückzuführen ist oder nicht, kann nicht
gesagt werden.
Da ich das Leberfleck in Größe und Farbe schon immer hatte, glaube ich nicht an die Ursache
"Medikamente". Es zeigt nur, dass man nicht oft genug zur Vorsorgeuntersuchung gehen kann.
Der Arzt sagte, dass ich mich in einem Jahr wieder vorstellen soll. Ich werde natürlich
den Arzt bereits nach einem halben Jahr aufsuchen! Ich kann nur jedem (nicht nur den
Transplantierten) empfehlen, öfters zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen. Wenn einmal ein Krebs
ausgebrochen ist, ist es problematisch.
Anmerkung 2008: Zwischenzeitlich gab es sogennante Gesundheitsreformen, mit denen u.a. die
Krankenkassen diese sehr wichtige Voruntersuchung für die Allgemeinheit nicht mehr bezahlen.
Mit einer Überweisung eines "Hautscreenings" vom Allgemeinmediziner oder Nephrologen werden
die Kosten jedoch übernommen.
Eine Augen OP (grauer Star) ist wirklich absolut unproblematisch.
Ich finde es wesentlich belastender zum Zahnarzt zu gehen. Wer so etwas vor sich hat, braucht
wirklich keine Angst zu haben! Ich schildere kurz den Ablauf:
Man geht zum Arzt und muss wie üblich warten (Ein Bestellsystem bei den Ärzten funktioniert
wahrscheinlich nie!). Die Wartezeit war nicht schön, aber ich wurde ja für diesen Tag krank
geschrieben - da war es mir egal rumzusitzen!
Wenn man dann dran ist, geht alles sehr schnell. Umziehen; man muss einen Kittel anziehen
und eine "Mütze" aufsetzen. Man legt sich auf den Operationstisch, erhält eine Spritze in den
Arm und muss ein Gas einahtmen. Man schläft ein und wird kurz danach wieder wach. Ich hatte
mir sagen lassen, dass man in diesem kurzen Zeitraum eine Spritze im Bereich des Ohres und
mehrere um das Auge erhält. Während dieser wirklich kurzen Zeit hatte ich wunderbar geschlafen
und sehr schön geträumt! War echt gut!!!
Wenn man zu sich kommt, hat man eine Folie im Gesicht und sieht helle Stellen (OP- Lampe)
und bekommt alles mit.
Ich fragte, wer mich operiert und hatte den Arzt gebeten mir zu berichten, was er macht.
Er berichtete:
- zwei Schnitte ca. 2 mm am Auge
- Auflösunge der alten Linse mit Ultraschall und Absaugung derselben
- Vergrößerung der Schnitte zu einem von Schnitt ca. 5 mm Länge
- Einsetzen des Transplantats (Kunstlinse)
- Verschweißen der Öffnung mit Wärme
- Aufsetzen einer Augenklappe
Ich konnte sofort aufstehen (mir war nicht schlecht oder .......), mich
umziehen und erhielt im Nachbaraum ein Frühstück. Dort verzehrte mein Vorgänger gerade sein
Frühstück - alles wie am Fließband!!
Als ich fertig mit dem Essen war, konnte ich nach Hause. Es wird nur
gefordert, dass man abgeholt wird. Es soll mal vorgekomen sein, dass eine ältere Dame vor die
Straßenbahn gelaufen ist (vermutlich vor Aufregung), seit diesem Vorfall ist eine
Begleitperson Bedingung.
Ich hätte meine Frau als Begleitperson nicht gebraucht und wäre selbst gefahren!!!!!
Keinerlei Schmerzen oder Probleme, die Augenklape war nur störend.
Am nächsten Tag (08:00 Uhr) wurde die Augenklappe entfernt und das Auge kontrolliert. Es war
alles o.k. - Sehvermögen 100%. Ich hatte nicht schlecht gestaunt, was man alles sehen kann!
Ich wurde sofort wieder gesund geschrieben. Die OP hatte ich an einem Donnerstag durchführen
lassen, damit ich nur 2 Tage krank geschrieben wurde. Den Samstag und Sonntag wollte ich zur
Ausheilung noch nutzen; hatte aber völlig falsch gedacht. Ich hätte bereits gleich wieder
arbeiten können.
Da wir in eine andere Wohnung umziehen wollten, hatte ich den Arzt nach möglichen Belastungen
(Kisten tragen, Löcher in Wände bohren usw.) gefragt. Er antwortete mir daraufhin scherzhaft,
dass ich am Montag nicht 2 Kisten Bier, sondern nur eine tragen solle! Das sagt doch alles!!!
In immer größeren Abständen mußte ich mich bei einem Augenarzt vorstellen (nicht dem, der
mich operiert hatte). Das Sehvermögen erhöhte sich nach der 2. Nachkontrolle bereits auf
125%. Ich erhielt Tropfen und Salbe (Tropfen 3 x täglich und eine Salbe für die Nacht),
die ich solange nehmen sollte, bis alles aufgebraucht ist. Ein OP- Risiko (Erhöhung
Augendruck) ist bei mir nicht aufgetreten.
Sehnsüchtig warte ich auf den Termin der 2. Augen OP (li. Auge). Die Wartezeiten sind sehr
lang, in Erfurt und Umgebung gibt es nur einen operierenden Augenarzt, der total überlastet
ist. Die OP in der Klinik durchführen zu lassen wurde mir abgeraten. Dort sollen Studenten
üben. Wer möchte gern "Versuchskarnickel" sein - und das auch noch an den Augen?
So nun habe ich aber genug geschrieben - will auch mal Feierabend haben!
Zwischenzeitlich bin ich auch umgezogen und habe dies "Gott sein Dank" auch hinter
mir.
So ein Umzug ist, selbst wenn man Firmen für den Transport bindet, belastend.
Ein Jahr nach der Lebennierenspende
Gestern (10.06.02) wurde endlich das 2. Auge operiert (Ein Patient
ist abgesprungen; ich hatte das Glück, dass mein Termin vorgezogen wurde). Alles ebenso
unproblematisch verlaufen (20 Minuten Narkose/OP/Frühstück). Heute Nachkontrolle ->
Sehvermögen 120%, Augenbdruck normal; 2 Tage Krankschreibeung. Eine unschöne Angelegenheit
hat sich doch noch ergeben. Unter dem Auge hat sich einen Bluterguss gebildet. Jeder der mich
sieht, fragt mich ob ich gegen eine Faust gelaufen bin - echt peinlich (zumal ich ab morgen
wieder arbeite und Faschning ist).
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