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Nachwort

therapeutisches Klonen/Medikamente mit weniger Zuzahlung
30 Jahre m. Niere

letzte Änderung: 06/2001

Nachwort

Zitat aus dem Handbuch "Der Dialyseratgeber" (Autor Fr. Prof. Dr. med. Sperschneider, Klinik für Innere Medizin der Friedrich Schiller Universität Jena, siehe Links - Literatur):

"Die bisher genannten Formen der Nierenersatztherapie (Hämodialyse, Bauchfelldialyse) können in unterschiedlichem Ausmaß nur Teilfunktionen der Nieren ersetzen, so dass nie eine vollständige Entgiftung stattfindet und andererseits durch den unkontrollierten Verlust von physiologischen Substanzen über die Membran auch sekundäre dialysebedingte Organstörungen auftreten. Dagegen bietet die erfolgreiche Nierentransplantation dem Nierenkranken die besten Voraussetzungen hinsichtlich Lebenserwartung und Lebensqualität."

Jeder sollte für sich selbst prüfen, ob er sich für eine Transplantation entscheiden will oder nicht. Besser als ein Organ von einem Hirntoten ist die Lebendnierenspende, da die Überlebenschancen der Niere höher sind.

Ich bin ferner der Meinung, dass in einer funktionierenden Ehe, vorausgesetzt die Blutgruppen von Spender und Empfänger stimmen überein, eine Lebendnierenspende die beste Lösung ist (übrigens meine Frau war auch bereit mir eine Niere zu spenden - ihre Blutgruppe stimmte mit meiner jedoch nicht überein).


Anmerkung 2008: Zwischenzeitlich gibt es neue Forschungsergebnisse. Eine Transplantation ist auch möglich, wenn die Blutgruppen nicht übereinstimmen. Siehe auch meinen Bericht auf der Seite therapeutisches Klonen/Medikamente mit weniger Zuzahlung unter "Zu 3" hierzu.


Das Operationsrisiko schätze ich gering ein, da die Voruntersuchungen und Entscheidung zu einer Lebendnierenspende durch die Transplantationskommission äußerst gewissenhaft im Vorfeld geprüft werden!
Die Transplantation vor der ständigen Dialyse halte ich für sehr positiv! Jeder der länger dialysiert wurde, kann dies bestimmt bestätigen. Das sind einmal der Zeitfaktor (3 x pro Woche 4 Stunden) und auch die anderen, mit der Dialyse zusammenhängenden Probleme.

Weitere Ausführungen möchte ich zu diesem Thema nicht machen, jeder muss für sich selbst entscheiden, wie er dieses Problem lösen will. Ich wollte mit der Schilderung meiner Nierentransplantation nur eine Hilfestellung zur Entscheidungsfindung geben. Auch habe ich diese Seiten nur ins Netz gestellt, da ich solche Informationen vor meiner Transplantation vergebens gesucht und nicht gefunden hatte.

Ich hoffe, dem Besucher dieser Seiten mit der Darstellung meiner Nierentransplantation eine Hilfestellung gegeben zu haben und wünsche allen Nierenkranken, die diese Seiten lesen, alles Gute für den weiteren Lebensweg. Treffen Sie für sich die richtige Entscheidung!

Ihr Jürgen Sauer



NS:
Wenn eine Lebendnierenspende nicht möglich ist, bleibt immer noch die Anmeldung bei Eurotransplant zur Transplantation einer Niere von einem Hirntoten. Mit einer solche Niere leben sehr viele Menschen schon seit Jahren sehr gut.
Das Problem besteht nur in den langen Wartezeiten für ein Organ (durchschnittliche Wartezeit ca. 4 Jahre; ich kenne zwei Fälle, da Patienten bereits nach einem Jahr Wartezeit eine Niere erhielten [bei Eurotransplant wird nicht nur nach Wartezeit, sondern auch nach Verträglichkeit vergeben!]).

Nun noch einige persönliche Anmerkungen, die ich unbedingt loswerden will:
Ich verurteile Autoren, Filmproduzenten und Medien, die Kriminalfällle sich ausdenken und veröffentlichen, die das Thema Organhandel zum Inhalt haben. Sicherlich ist den o.g. Personenkreis der Stoff für neue Filme und Horrormeldungen ausgegangen und man will ja schließlich Geld verdienen!
Dieser Personenkreis sollte sich einmal überlegen, welche Ängste in der Bevölkerung mit solchen Filmen, Meldungen usw. geschürt werden und welche Abneigung dadurch entstehen Organspender zu werden (leider wird dieser Personenkreis diese Seiten nicht lesen, es sei denn er ist selbst Patient - dann wird man aber sicherlich auch meine Meinung teilen!).

Noch ein Problem:
In anderne Ländern (z. Beisp. Niederlande, Skandinavien, Österreich) gibt es nicht solche Gesetze wie in Deutschland zum Thema Organspende (sicherlich hat das auch etwas mit der nicht gerade positiven Vergangenheit Deutschlands zu tun - aber irgendwann sollte man auch hier etwas lockern und sich Europa nähern!).
In den oben zitierten Ländern kann man ganz kurzfristig ein Spenderorgan erhalten - jahrelanges Warten gibt es dort nicht.
Toten Menchen werden die Organe entnommen um anderen helfen zu können

Zum Thema Genforschung:
Mit großer Aufmerksamkeit verfolge ich die Pressemeldungen zum Thema Genforschung. Hier verstehe ich ebenfalls nicht die ablehnende Haltung der konservativen Politiker und der kirchlichen Organisationen. Richtig ist, dass Gesetze geschaffen werden müssen, die Missbrauch verhindern. Richtig wäre es jedoch, die Forschung im Interesse der Menschen zu forcieren. Man stelle sich nur vor, es können Organe aus körpereigenen Zellen gezüchtet werden - eine Abstoßung des Organs ist dann ausgeschlossen, eine Transplantation bei Organausfall wäre dann kurzfristig zu realisieren.

Die konservativen Politiker und kirchlichen Organisationen (schade, dass sie diese Seite nie lesen werden) sollten hierüber im Interesse der Menschen entscheiden! Die Kirchen wundern sich ständig, dass Ihnen die Gläubigen davonlaufen - sie sollten einmal nachdenken, warum das so ist. Sicherlich ist es nicht das Problem Organzüchtung, aber die Gesamtheit der mittelalterlichen Auffassungen dürfte daran schuld sein.


 
(c) Jürgen Sauer