3 Jahre nach der Lebendnierenspende
Drei Jahre sind seit der Lebendnierenspende vergangen und ich möchte
nachstehend über den aktuellen Stand berichten.
Den Tod meiner Mutti (Lebendnierenspender) können wir immer noch nicht
begreifen. Im September hatten wir den 90. Geburtstag ihrer Schwester in Bayreuth gefeiert.
Sie ist topfit!
Auch ihrer Schwester in Frankfurt/Main geht es trotz neuem Kniegelenk (OP mit 85 Jahren) mit
86 Jahren super!
Beiden Schwestern wurden bereits vor vielen Jahren die Gallensteine entfernt.
Wären bei meiner Mutti die Gallensteine vor der Lebendnierenspende auch entfernt worden,
würde sie bestimmt heute noch leben!
Nierenempfänger
Zu meinem Gesundheitszustand gibt es nichts aufregendes zu berichten. Mir
geht es nach wie vor unverändert sehr gut!
Im Februar wurde das Medikament Prednisolon (eingenommen sei der NT) abgesetzt.
Der Taclorismusspiegel ist 02/04 auf 3,7 mg/l (unterster Grenzwert) abgefallen (Grund
???). Vorübergehend (über 2 Monate) wurde die Einnahme Prograf erhöht was logischerweise zu
einem Anstieg des Spiegels führte. Verbunden mit diesem Anstieg auf 7,1 mg/l (5 mg/l sollte
als obere Grenzwerte nicht überschitten werden) hatte ich Schleimhautprobleme (Augen und
Mund).
Auch hatten sich im Februar 2004 trockene Gesichtshaut und leichte Muskelschmerzen ähnlich
Muskelkater) eingestellt. (Ursache: Absetzung Prednisolon oder/und der erhöhte Spiegel).
Mit der Verringerung der Prografeinnahme (wieder 2 x 0,5 mg) normalisierten sich die
Nebenwirkungen.
Wirkliche Probleme hatte ich mit den Auswirkungen der sogenannten
"Gesundheitsreform" (wenn man an Reform hört denkt man immer an etwas positives - fragt sich nur,
für wem diese Reform positiv ist?!?).
Um mein "Begrüßungsgeld" für die Krankenkasse beim Arzt für das I/04 zu zahlen, musste ich mir
einen Allgemeinmediziner suchen (hatte und brauchte ich bisher nicht - ist jetzt notwendig um die
Überweisungen zu den Fachärzten zu erhalten).
Da meine Freizeit ohnehin sehr begrenzt ist, hatte ich mich zum Jahresanfang 2004 bei einem
Allgemeinmediziner vorgestellt (wieder die üblichen Wartezeiten).
Wir hatten vereinbart, dass ich dem Allgemeinmediziener eine Mail sende um die Abholung der
Überweisung zum Nephrologen für das Folgequartal ohne Wartezeiten in Empfang nehmen zu können
(selbstverständlich sollte das "Begrüßungsgelde" bei der Abholung der Überweisung gezahlt
werden).
Am 31.03.04 (Quartalsende) war ich zur halbjährlichen Transplantationssprechstunde bei
Fr. Prof. Sperschneider in Jena (Überweisung vom Allgemeinmediziner lag vor).
Am 01.04.04 hatte ich beim Allgemeinmediziner meine Überweisungen für das II/04 zum
Neprologen in Erfurt angemeldet.
Abgesehen vom zusätzlichen Weg zum Allgemeinmediziner am 01.04.04 (Abholung Überweisung für
das II/2004) musste ich dort entgegen der Vereinbarung wieder warten und nicht nur mein
"Begrüßungsgeld" zahlen.
Zusätzlich mußte unbedingt noch Blutdruck gemessen werden, obwohl ich erst am Vortag zur
Transplantationssprechstunde war und der Bericht vom Prof. dem Allgemeinmediziener
übergeben wird. Die ohnehin nervende Wartezeit wurde noch zusätzlich (für mich sinnlos, da
der Bericht der Transplantationssprechstunde dem Allgemeinmediziener zugeschickt
wird) verlängert!
Der Allgemeinmediziner will eben der Krankenkasse auch eine Rechnung präsentieren
und nicht nur mein "Begrüßungsgeld" in Empfang nehmen.
Ich kam mir wie eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für den Allgemeinmediziner vor.
Während meiner Wartezeit machte ich mir meine Gedanken:
Es war im Wartezimmer wie in einer Bank. Es gingen ständig Geld und Überweisungen über den
"Ladentisch". Die Schwestern machten auf mich einen genervten Eindruck.
Ich kann mir nicht vorstellen, wie mit diesen Festlegungen für meine Krankenkasse Kosten
gespart werden. Durch die zusätliche Rechnungslegung des Allgemeinmedizieners steigen die
Kosten nur für meine Kasse! Der Allgemeinmediziener hat bezüglich meiner Transplantation
keinerlei Erfahrungen und kann nicht in eine evtl. Behandlung eingreifen!
Die Politiker haben als Folge ihrer Reform eine Senkung der Krankenkassenbeiträge für II/2004
avisiert. Mal abwarten, wann die Beiträge gesenkt werden!
Anmerkung 2008: Die Krankenkassengebühren sind seit 2004 gestiegen;
2008 spricht man von weiteren Erhöhunhungen. Reformen sind doch toll!
In den Medien hatte ich mal gehört, dass man seit Bestehen der Bundesrepublick (vor) den
Wahlen Steuereformen ankündigt (ein Politiker wollte sogar mal eine Steuerreform vorlegen,
die auf einen Bierdeckel passt; war auch nur eine "Spruchblase" wie man das von Politikern nicht
anders erwarten darf) was bis heute nicht erfolgt ist.
Es wurde 2008 in den Medien berichtet, dass bestimmte Kreise der Gesellschaft Steuern
in Millionen hinterziehen, sich der Mittelstand in Deutschland "auflöst", die letzten 2
Wirtschaftsaufschwünge an der Mehrheit der Bevölkerung vorbei gingen und große Teile der
Gesellschaft verarmen. Stänmdig wird von Kinderarmut berichtet.
Soviel nur zwischendurch zu "Reformen".
Ab sofort gehe ich nicht mehr zu irgendeinen Allgemeinmediziner und
zahle lieber zusätzliche "Begrüßungsgelder".
Anläßlich unseres letzten Urlaubs hatte ich mich in einer Apotheke in Österreich über die
Verfahrensweise in diesem Land informiert. Dort zahlt man nur eine einmalige Gebühr pro
Rezept (keine "Begrüßungsgelder" bei den Ärzten; es wird nur einmalig eine Zuzahlung pro
Rezept verlangt; egal wie viel verschrieben wird).
Die frei verkäuflichen Medikamente sind wesentlich kostengünstiger als in Deutschland!
Ende September 2004 erfolgten wieder die turnusmäßigen
Überweisungen/Untersuchungen, (alle 2 Jahre) denen sich jeder Transplantierte unterziehen
muss:
- Zahnarzt (saniertes Gebiss bestätigen)
- Augenarzt (Augen untersuchen)
- Radiologe (Lunge röntgen)
- Kardiologe (Herzecho)
- Dermatologe (Hautuntersuchung)
- Urologe (harnableitende Systeme); nach 3,5 Jahren habe ich mich mal wieder in der
Urologie der Friedrich Schiller Universität Jena sehen lassen (dort wurde ich
transplantiert); hierfür mußte ich einen Tag Urlaub opfern
Alle Untersuchungen o. B. - prophylaktisch lasse ich mir 11/2004 wieder 5
Stück Leberflecken entfernen (ich weiß schon nicht mehr, wie viel Leberflecken mir bereits
entfernt wurden [ca. 25 - 30 Stück -> es ist blöd, dass sich immer wieder welche neu
bilden]).
Im Oktober 2004 war ich zur Transplantationssprechstunde bei Fr. Prof.
Sperschneider in Jena. Die geplante Umstellung des Medikamentes Prograf auf Rappamune
konnte noch nicht erfolgen, da die hierfür notendigen Blutuntersuchen in Erfurt noch nicht
erfolgten. Dieses neue Medikament ist nicht krebserregend sondern bekämft sogar Krebs
im Entsehungsstadium bzw. bildet den Krebst zurück (wenn vorhanden).
Ich muß sehen, dass ich schnellsten Prograf nicht mehr einnehmen muß. Wer möchte schon gern
krebskrank werden!
Die Einnahme Dilzem 120 retard wurde wie folgt umgestellt:
| alt: 1/0/1=0 |
neu: 0/1/0/0 |
Dilzem ist ein Herzmedikament; wird aber verschrieben um die Einnahme Prograf
um 40% zu reduzieren (Ausnutzung der Nebenwirkung). Es wirk nebenbei auch blutdrucksenkend
und kompensiert den durch die Einnahme Prograf/Cellcept steigenden Blutdruck.
Ich soll ein evtl. ansteigender Blutdruck (Reduzierung Dilzem) mit dem
Medikament Blopress kompensieren.
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Der nächste Situationbericht folgt Ende März 2005
(vier Jahre nach der Lebendierenspende).
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