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letzte Änderung: 09/2001

2. Situationsbericht

Ein halbes Jahr nach der Lebendnierenspende (September 2001).

Seit meinem ersten Situationsbericht ist nichts aufregendes passiert. Uns beiden geht es nach wie vor außerordentlich gut!

Nachstehend Einzelheiten im Detail:

* Nierenspender

Im September 2001 hatte meine Mutti einen Termin im Dialysezentrum. Ihr wurde Blut entnommen (erforderliche Nachbehandlungen lt. Transplantationsgesetz). Es sind weitehin alle Werte im "grünen Bereich"!

Im August 2001 feierten wir ihren 80. Geburtstag. Nachstehend einige Bilder von den Geburtstagsfeierlichkeiten, die sich über drei Wochenenden erstreckten, da sie einen großen Bekantenkreis hat. Ich glaube, dass die Bilder selbsterklärend sind und ihre sehr gute Verfassung erkennen lassen!
Auf dem nachstehendem Foto sind ihre Schwestern (85 und 87 Jahre jung) abgebildet; meine Mutti ganz rechts.

Nierenspender mit Schwestern

Nierenspender im Pool

Spender und Empfänger vor dem Pool

* Nierenempfänger

Bei mir gibt es auch nichts Neues zu berichten. Mir geht es weiterhin außerordentlich gut! Ich hatte keinerlei Abstoßungen, Infekte oder .......
Das Problem mit den stark schwankenden Ciclosporinspiegel (Absenkungsgrad des Immunsystems) hat sich auch geklärt.
So hatte ich vor bzw. nach der abendlichen Medikamenteinnahme des öftern (manchmal viel) Müsli mit Milch und Joghurt gegessen. Obwohl die Ärzte mir erklärten, dass dies keine Auswirkungen auf den Ciclosporinspiegel haben soll, konnte ich durch Versuche das Gegenteil nachweisen. Seitdem ich von der Abhängigkeit weiss, verzichte ich darauf und esse gegen Abend vor bzw. nach der Medikamenteinnahme keine dieser o.g. Milchprodukte mehr.
Der Ciclosporinspiegel ist jetzt annähernd konstant (hier handelt es sich immer um einen dynamischen und keinen statischen Wert) um ca. 150.
Jetzt ist mein Zielbereich von 120 - 140 einzustellen, die Einnahme des Medikamentes Sandimmun Opteral wurde weiter reduziert.
Das blutdrucksenkende Medikament Cynt wurde durch ein anderes Medikament (Cibacen 10) ersetzt. Cibacen schützt die Nieren besser als Cynt, darf aber nach der Transplantation nicht genommen werden, da es direkt auf die Nieren wirkt. Durch dieses neue Medikament ist erwartungsgemäß der Kreatinwert im Blut geringfügig gestiegen.


Nachtrag am 18.11.2001 zum 2. Situationsbericht

Im Oktober 2001 hatte ich in Jena den 3. Termin (Nephrologie und Psychologie). Es wurde die Medikamenteinnahme neu festgelegt (weitere Reduzierung der immunbeeinflussenden Medikamente). Zur Zeit nehme ich folgende Medikamente ein:

Medikamente zur Absenkung des Immunsystems
Sandimmun Opteral 50mg 1-0-1-0 Immunsupresiva
Cellcept 750mg 1-0-1-0 Immunsupresiva
Dilzem 120 retard 1-0-1-0 reduziert die Einnahme Sandimmun um ca. 40%

Cortison; bei Lebendnierenspende mind. 3 Jahre einzunehmen
Prednisolon 10mg 1-0-0-0 entzündungshemmend

Medikamente zur Reduzierung der Nebenwirkungen der Immunsupresiva
Cibacen 10 1/4-0-1/4-0 blutdrucksenkend
Magnesium 50 Agogepha 2-0-2-0 gleicht den Magnisiumverlust aus (Sandimmun entzieht Mg)

Meine Medikamenteinnahme habe ich nur zur Information veröffentlicht. Art und Dosierung von Medikamenten kann bei jedem anders sein und wird vom zuständigen Nephrologen festgelegt (mich würde sehr interessieren, welche Medikamente und in welcher Dosierung schon länger Transplantierte einnehmen müssen).

Mein Ciclosporinspiegel hat sich bei 115 stabilisiert; der Kreatininwert bei ca. 167. Der Blutdruck schwankt um die 120/76. Trinkmenge zwischen 3 und 4 Litern täglich - Ausscheidungen 100%.
Alle anderen Blut- und Urinwerte befinden sich im Normalbereich (Werte eines Gesunden).

Verschlechtert hat sich mein Sehvermögen als Folge der Cortisoneinnahme (vermutlich auch durch die immunabsenkenden Medikamente). Man sagte mir, dass ich mich auf eine Augenoperation einstellen kann (grauer Star als Nebenwirkung der Medikamenteinnahme). Beim Augenarzt hatte ich mich bereits informiert.
Die OP wird ambulant durchgeführt (3mm Schnitt am Auge, mit Ultraschall wird die alte Linse verflüssigt und abgsaugt; anschließend wird eine neue Linse eingesetzt und die Angelegenheit ist abgeschlosen [ca. 1/2 Stunde - alles Routine]).
Mich stört nur die Krankschreibung von ca. 1 Woche je Auge.



 
(c) Jürgen Sauer