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30 Jahre m. Niere

letzte Änderung: 04/2010

12. Situationsbericht

im 9. Jahr nach der Lebendnierenspende

Ich hatte lange nichts mehr von mir hören lassen. Der Grund war, dass es keine Änderungen meines Gesundheitszustandes gibt; ich bin halt nur älter geworden. Nur gleiche Sachverhalte zu schildern und zu lesen ist einfach langweilig für mich und sicherlich auch Euch Leser.
Da ich aber Anfragen erhielt ob denn mit mir noch alle o.k. sei (länger im I-Net nicht mehr gemeldet, doch kurz dieser Bericht.

Mir geht es weiterhin sehr gut Titel

Mein Transplantat wird im August dieses Jahres 89 Jahre und funktioniert ausgezeichnet (letzte Ultraschalluntersuchung von 04/10), obwohl meine Mutti (Nierenspender) leider schon vor Jahren verstorben ist.

In diesem Monat war ich wieder zur quartalsweisen Kontrolle in Jena bei meiner Nephrologin Frau Prof. Sperschneider. Es erfolgte das Jahresprogramm; ich muss turnusmäßig wieder einige Überweisungen zu Fachärzten abarbeiten (Hauarzt, Augenarzt, HNO-Arzt, Kardiologe, Urologe usw.).
Da meine letzte Darmspiegelung 10 Jahre zurück liegt, hatte ich mir auch eine Überweisung zu diesem Facharzt ausstellen lassen. Diese Untersuchung ist unangenehm; aber wer länger leben will, sollte diese Vorsorgeuntersuchung unbedingt über sich "ergehen lassen".
Übrigens hätte ich dies Untersuchung auch durchführen lassen wenn ich nicht transplantiert wäre!

Der Sirolimusspiegel (Einnahme "Rapamune") war ständig 2009 angestiegen und 12/2009 > 6. Auch hatte ich meinen Blutdruck 2009 nicht mehr so richtig im Griff (> 130). Meine bisherige Medikamenteinnahmen wurden daher wie folgt korrigiert:
Medikamentänderungen ab April 2010
Rapamune 1 mg 0 / 1 / 0 / 0 Korrektur nach unten - jeden 2. Tag 1 Tbl.
Cellcept 500mg 2 / 0 / 2 / 0 Korrektur nach oben - vorher 2 x 750 mg/Tag
ASS 100 1 / 0 / 0 / 0 unverändert
Locol 40 mg 0 / 0 / 1 / 0 unverändert seit Verschreibung "Rapamune"
Ezetrol 10 mg 1 / 0 / 0 / 0 unverändert seit Verschreibung "Rapamune"
Dekristol 20000 I.E. 1 / 0 / 0 / 0 unverändert 1. Tablette einmal im Monat
Bisohexal 10 mg 0 / 0 / 0 / 1 neu anstelle Blopress
Vocado 40mg 0 / 0 / 0 / 1 neu anstelle Blopress
Xipamid 10 mg 1 / 0 / 0 / 0 neu anstelle Blopress

Eine Besonderheit 2009 ist erwähnenswert. Im vergangenem Herbst hatte ich mich wie jedes Jahr vorbeugend gegen Grippe impfen lassen (keine "Schweinegrippeimpfung" sondern die "normale Grippeschutzimpfung" + "Pneumokokkenschutzimpfung"). Mir ging es danach sehr schlecht! Ich musste mich sogar ein paar Tage krank schreiben lassen.

  • Schüttelfrost und leichtes Fiber
  • Blutdruckabfall auf 95/45; ich konnte nicht mehr gerade stehen
  • schmerzhafte große und lang anhalten Rötung/Schwellung an der Impfstelle (wurde in den Medien als eine der Nebenwirkungen der Schweinegrippeimpfung geschildert)
  • Allgemeinbefinden misserabel

Zufällig war ich kurz vor meiner Krankschreibung bei meiner Zahnärztin. Da ich so "beschissen" aussah fragte sie mich, ob ich krank sein. Ich berichtete ihr von meiner Grippeschutzimpfung. Sie erklärte mir, dass es ihr ebenso ergangen sei. Ihre Kardiologin hatte sie (ebenfalls Kreislaufzusammenbruch) mit den Worten empfangen: "Sie haben sich wohl auch gegen Grippe impfen lassen"?
Ich kann mir das nur so erklären, dass im vergangenem Jahr mit dem Grippeimpfstoff "gepanscht" wurde (fehlende Impfstoffe für die Schweinegrippe die offensichtlich keiner brauchte und wollte), denn so etwas hatte ich noch nie erlebt (meine Zahnärztin übrigens auch nicht)! ich farge mich was wäre passiert, wenn mein Kreislauf nicht so stabil gewesen wäre!

Das wars bis zum nächsten Jahr, denn es gibt nichts weiter zu berichten.

Übrigen zur Studie der Zystenrückbildung in den Nieren durch Einnahme "Rapamune":

  • die Studie ist noch nicht abgeschlossenaber; die Zystenrückbildung aber nachgewiesen
  • bei mir haben sich übrigens auch die Zysten in beiden "Altnieren" drastisch degeneriert


 
(c) Jürgen Sauer